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Templiner Kräutergarten
Inhaber Thomas Schweigert
Elsternest 1
17268 Templin
Mobil: 0176 450 15 100
Mail: staudengarten@online.de
www.templiner-kraeutergarten.de
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Abwechslungsreiche Salate im Herbst und Winter
Auch im Herbst und Winter können sie abwechslungsreiche Salate selbst kultivieren und damit der uniformen Treibhausware die lange Nase zeigen. Denn die wenigen Vitamine, die in diesen Salatköpfen stecken, sind flüchtiger Natur. Licht, Hitze und/oder zu lange Lagerzeit verringern die Vitaminmenge. Der beste Salat auf Ihrem Tisch ist eben erst geerntet.
Kultivieren Sie Salate im Garten oder auf dem Balkon - oder im Herbst und Winter im Blumenkasten auf einer kühlen und hellen Fensterbank. Geeignete Arten und Sorten sind beispielsweise
Red Giant,
Mizuna,
Rucola,
Rote Bete,
Postelein,
Hirschhornwegerich,
Mangold,
Kresse und
Speisechrysantheme.
Geerntet werden die jungen Blätter.
Besonders zu empfehlen sind Asia-Salate - Züchtungen aus der umfangreichen Brassica-Gattung. Sie haben einen mehr oder weniger scharfen Eigengeschmack und sind ausgesprochen gesund.
Aussäen können Sie die Gemüse und Salate ab August. Dann ist im Gemüsebeet meist auch Platz geworden.
Und für eine Spätkultur im unbeheizten Gewächshaus oder Frühbeet sind u.a. die Asia-Salate und Postelein bestens geeignet.
Wenn Sie jetzt noch Keimsprossen wie Kresse oder Mungobohnen in handelsüblichen Keimgeräten wachsen lassen, dann können Sie bei Ihren Einkäufen den Eisbergsalat im Regal liegen lassen.
Aussaat von Kaltkeimern
Als Kaltkeimer (veraltet auch Frostkeimer) werden Pflanzen bezeichnet, deren Samen nur dann keimen, wenn sie einer Kälteperiode ausgesetzt waren. Erst die Einwirkung von niedrigen Temperaturen über einen längeren Zeitraum hebt die Keimruhe auf.
Dies ist beispielsweise für manche Pflanzen, die in winterkalten Regionen bereits im Sommer ihre Samen reifen lassen, eine Überlebens-Strategie. Würden die Samen bereits im Spätsommer oder Frühherbst keimen, hätten die jungen Pflänzchen bei aufkommenden Frost keine Überlebenschance. Deshalb sind im Samen Stoffe eingebaut, die die frühzeitige Keimung verhindern. Erst durch die Einwirkung niedriger Temperaturen über einen längeren Zeitraum werden diese Stoffe langsam abgebaut rsp. umgewandelt. Wenn es dann im Frühjahr wärmer wird können die Samen keimen.
Wenn Ihnen der Aufwand mit der Vorkultur im Winter oder Frühjahr zu groß ist, müssen Sie diese Samen bald im Freiland aussäen. Dafür ist je nach Großwetterlage Mitte September bis Mitte Oktober der richtige Zeitpunkt. Die Samen benötigen anfangs noch für zwei bis vier Wochen Wärme für den Quellprozeß.
Bedecken Sie die Saat mit einem Vlies als Verdunstungsschutz und gegen Volgelfraß. Kontrollieren Sie je nach Witterung und Boden auf Bodenfeuchte, denn die Samen dürfen nicht austrocknen. An warmen und sonnigen Tagen im Winter wird dies schnell mal vergessen.
Für diese Saat benötigen Sie infolge Tierfraß, Bodenprozesse etc. deutlich mehr Saatgut als bei kontrollierter Aussaat in Saatschalen.
Alle Kaltkeimer aus meinem Samenangebot finden Sie hier.
Samenernte
Falls Sie die nötige Muse haben können Sie bis in den Herbst hinein Samen Ihrer Gartenpflanzen oder auch Wildsamen ernten. Sinn hat dies nur bei samenechten Pflanzen - bei Hybriden können Sie sich die Arbeit sparen.
Bei vielen Arten wie Lupinen, Mohn, Ringelblumen, Stockrosen, Sonnenblumen und Wicken ist die Ernte recht einfach. Etwas aufwendiger ist die Ernte und Aufbereitung der Samen von Tomaten, Gurken, Erdbeeren und anderem Fruchtgemüse. Schwierig wird die Ernte beispielsweise bei Samenkapseln, die ihren Inhalt beim Aufplatzen sofort wegschleudern wie beim Springkraut.
Ernten Sie möglichst zum Zeitpunkt der 'Vollreife', wenn also die Samenstände völlig trocken geworden sind. Sie bekommen dann das beste Saatgut.
Ernten Sie möglichst nur bei trockenem und sonnigem Wetter. So bekommen Sie keine Probleme mit Fäulnis bei der Nachtrocknung.
Sie können die Samenstände einzeln abschneiden oder auch ganze Pflanzen in lockeren Büscheln kopfüber aufhängen. Nachtrocknen sollten Sie auf jeden Fall - bei Raumtemperatur mindestens eine Woche.
Meist müssen Sie die Samen ausdreschen. Für den Hausgebrauch reicht dazu eine große, verschließbare Dose, in der Sie das Erntegut längere Zeit kräftig schütteln.
Danach erfolgt die Reinigung des Saatgutes. Größere Pflanzenreste können Sie mit der Hand entfernen. Bei kleinen Samen sieben Sie den Rest mit einem Küchensieb durch.
Zum Schluß füllen Sie die Samen in dicht verschließbare Behälter wie Apothekerflaschen oder in Druckverschlußbeutel ab und beschriften mit Pflanzennamen und Abfülldatum (evtl. auch Fundort). Die optimale Lagertemperatur liegt zwischen 0°C und 10°C. Ihr Kühlschrank ist also bestens geeignet.
Wollen Sie sich eingehender mit Samenvermehrung und Samenernte beschäftigen kann ich Ihnen das Handbuch Samengärtnerei sehr empfehlen.
Unscheinbare Pflanze - große Wirkung: Das Hirtentäschel
Das Hirtentäschel wächst in ganz Europa unscheinbar an Wegrändern, Ruderalstellen, Äcker und Gärten und wird von den meisten Menschen kaum wahrgenommen. Aus Unkenntnis oder Ignoranz gilt es gemeinhin als Unkraut.
In der Küche finden die Blätter bzw. die ganze Pflanze vor der Blüte Verwendung - als Beigabe in einem Wildkräutersalat, mit Tofu, als Gemüseeinlage in einer Suppe oder als Füllung in chinesischen Frühlingsrollen.
Übrigends wird das Hirtentäschel in Südchina nicht als Unkraut, sondern als Frühlingsbote betrachtet, und befindet sich in der dortigen Küche auf dem Speiseplan.
Bereits Hildegard von Bingen wußte von der blutstillenden Eigenschaft des Hirtentäschel. Es soll einen adstringierenden und kühlenden Effekt haben, der bei verschiedenen Formen von Blutungen wie Blutungen einer entzündeten Magenschleimhaut, Nasenbluten, Zahnfleischbluten und übermäßige Monatsblutungen zum Einsatz kommt. Auch soll es kühlend und klärend auf entzündete Augen sowie bei Mandel- und Blasenentzündungen wirken.
Am zuverlässigsten soll der Frischpresssaft wirken.
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude an Ihren Pflanzen und verbleibe bis zur nächsten Newsletter
Ihr Thomas Schweigert
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